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Die Feri-Tradition Drucken E-Mail
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patricbildklein.jpgVictor Andersons "Feri-Tradition" fasziniert mich. Als eine Tradition welche die Ekstase zelebriert und nicht die Polarität, ist sie für mich fassbar, erfahrbar, wild und ursprünglich. In Berührung kam ich mit ihr durch die Werke Starhawks, T.T.Coyles und Francesca De Grandis, welche – den inzwischen leider verstorbenen Anderson – kennenlernen durften und die von ihm initiiert wurden. Ich möchte hier weder näher auf seine Person eingehen, noch eine Abhandlung über Feri schreiben, aber dennoch sollte ich hier festhalten, wie mich Feri beeinflusst, denn einige der Grundgedanken sind jene die ich in meinem Herzen fühle und die ich von der Philosophie her teilen kann. Feri wird mündlich weitergegeben und nur Eingeweihte erfahren seine vollen Mysterien. Dennoch sind einige der Techniken veröffentlicht worden, haben eine Eigendynamik entwickelt und flossen in viele Wicca Zeremonien ein. Parallelen zur hawaiianischen Huna Magie, zum Schamanismus und sehr ursprünglichen Kulten a la Voodoo und Santeria sind nicht von der Hand zu weisen.

Für mich ausserordentlich wichtig ist die Urkraft, die Sternengöttin, jene Urenergie aus der alles entstand, entsteht und zu der alles zurückkehrt. Die Kraft die alles ist, die durch alles fliesst und die in unserem Gottbewusstsein Ausdruck findet. Nicht männlich, nicht weiblich. Eine Göttin die fassbar wird und in der man versinken kann, wenn man in sternklarer Nacht hinaus ins Universum blickt. Für sie gibt es viele Namen und keinen. Ihr Tanz ist der Tanz der Schöpfung und der Zerstörung. Alle Akte der Liebe und Leidenschaft sind ihre Rituale. Sex ist ihr heilig, ebenso Stolz, Nein, nicht jener arrogante Stolz der unsere Gesellschaft heutzutage so oft prägt, sondern der gesunde Stolz, den man uns so gerne aberkennt um uns zu schwachen und gesellschaftskonformen Wesen zu machen. Jener Stolz der so gerne gebrochen wird, weil er stark macht und das Individuum, die Seele nähert. In Feri wird Lust empfunden und gelebt, liebt man seine Götter, kommuniziert mit ihnen und sie sind teil von einem.

Feri ist ein Pfad der Individualität. Nicht schwarz, nicht weiss sondern einfach kraftvoll und impulsiv, nach eigenen Massstäben. Jedoch erfährt man die Verantwortung für die Dinge durch die Ausbildung und die Lehren des Lebens selbst. Wenn man die karmischen Gesetze kennt, dann achtet man sie oder aber bricht sie in vollem Bewusstsein der möglichen Konsequenzen. Dies unterscheidet diesen Weg vom klassischen Wicca, in dem man durch "And it Harm None, do what ye will" bereits ein wichtiges Gesetz vor der Nase hat. An das ich mich übrigens sehr gerne halte, um es vorwegzunehmen. Dennoch verteidige ich mich im Falle eines Angriffes mit allen Mitteln, ebenfalls Feri-like.

Feri hat seine eigenen Götter und Göttinnen, Wächter und Elementare, seine eigenen Rituale und Methoden. Das ewige Erkennen und Reinigen von Blockaden, die kraftvollen Meditationstechniken, das Atmen der heiligen blauen Energie, und vieles mehr machen es einzigartig im neuen Hexentum. Viele Schwule und Lesben sowie Bisexuelle fühlen sich in Feri daheim, da jedwede Sexualität geheiligt wird und Mensch die männlichen und weiblichen Anteile in sich anerkennt und zusammenführt.

Feri provoziert. Nicht weil es will, sondern weil es in für Teile der Gesellschaft einfach fremd ist. Weil es das Wilde in uns lebt. Weil es Trance und Ekstase benutzt um in die Anderswelt vorzudringen. Weil es das Dunkel und das Licht feiert und weil es die Grenze zwischen schwarz und weiss, auch in magischen Dingen, nicht klar definiert. Weil es nah an allem ist, das uns dogmatische Institutionen als falsch und schlecht weismachen wollen. Weil es das Leben zelebriert.

Ich bin nicht Feri, aber es beeinflusst meinen Weg und meine Praxis stark. Ich habe meine eigene Moral gefunden. Ich weiss was für mich richtig ist und was ich nicht mit mir vereinbaren kann. Ich kenne meine Götter und bin immer offen für neue Erfahrungen. Ich lebe progressives Wicca mit starken Feri-Elementen. Ein interessanter Pfad der Selbsterkenntnis und voller Überraschungen.

Wer mehr über Feri erfahren möchte kann dies unter den Links die ihr auf meinen Seiten findet. Allerdings sind die meisten Seiten in Englisch und die individuellen Auslegungen zu dieser Tradition differieren mindestens so stark wie jene innerhalb Wiccas und des Hexentums.

Als Bücher zum Thema kann man auf Deutsch derzeit eigentlich nur "Der Hexenkult – als Urreligion der grossen Göttin" von Starhawk und "Die Macht der Göttin ist in Dir" von Francesca de Grandis empfehlen. Auch Bücher der Reclaiming-Tradition beinhalten Feri-Elemente.

Buchtipps zu dieser Tradition:

  • "Die Macht der Göttin ist in Dir", Francesca De Grandis
  • "Der Hexenkult als Ur-Religion der grossen Göttin", Starhawk (stark Ferilastig)
  • "Evolutionary Witchcraft" , T.T.Coyle (englischsprachig)

So tanze zwischen den Welten, umarme den blauen Gott und begib Dich mit ihm auf eine ekstatische Reise zur Göttin ins wilde Zentrum des Universums
Ins Zentrum Deiner Selbst
Spiraltanz.