Wicca vs. Hexentum

Die Phasen des Mondes

Auch wenn ich den Unterschied in meinen Texten des Öfteren erwähne, möchte ich dennoch ein weiteres Mal explizit darauf hinweisen, dass nicht alle Hexen Wicca’s sind.

Aufgrund der modernen Literatur zum Thema Hexentum wird oft eine Vielzahl von Ritualen und Bedingungen mit dem Begriff „Hexe“ verbunden. Das ist falsch. Die Ritualistik auf die man sich heute in den meisten Büchern bezieht entstammt dem Weg der Wicca, welches im Ursprung wiederum bewusst einiges aus den hermetischen Traditionen übernommen hat und dies mit der Naturreligion unserer Vorfahren verbindet. Doch auch diese Naturreligion ist oft rekonstruiert und – aufgrund mangelnder Überlieferung – selten völlig authentisch.

Ich habe diesen wichtigen Unterschied folgendermassen definiert:

Eine Hexe ist ein Mensch der sich seiner Verbindung zur Quelle bewusst ist und der aus diesem Bewusstsein heraus auf mehreren Realitätsebenen wirken und etwas bewirken kann. Ein Mensch der forscht, hinterfragt (auch sich selbst) und der es beherrscht Magie zu weben. In der Funktion als ZaunreiterIn eben auch eine Vermittlerfunktion annehmen kann.

Eine Wicca-Hexe tut dies unter anderem innert bewährter aber ausbaufähiger Ritualistik und mittels einzelner Facetten der Quelle (aber immer im Bewusstsein des Ganzen), auch als Göttin und Gott benannt, welche im Mythos die Kreisläufe und Kräfte im Innen und Aussen repräsentieren. Oftmals auch innerhalb von mehr oder weniger dogmatischen Strukturen, inklusive Initiation durch eine Priesterschaft und der – je nach Tradition – zugehörigen Hierarchie.

Beide streben nach Wissen und Gleichgewicht. Doch die Magie als Hexenhandwerk ist wiederum eine Kunst, die nicht bei allen Wicca-Hexen eine Rolle spielt. Im Gegenteil beschränken sich einige Wicca’s bewusst auf das gemeinsame oder solitäre Zelebrieren des Jahreskreises und die Kommunikation mit den Göttern und Göttinnen ihrer Wahl, bzw, dem Gehörnten Gott und der Dreifachen Göttin an sich.

Es verschwimmen sehr oft die Grenzen und Wicca ist ein sehr kraftvoller Weg der einem, wie jede durchdachte und blühende Tradition, viel bringen und lehren kann und innert dessen man machtvolle Wege zum Befreien des eigenen magischen Ich und der Verbindung mit den Kräften anderer Realitäten erlernt.

Doch es ist modernen Hexen ohne Traditionsanspruch gegenüber nicht fair, ihnen die Strukturen des Wicca – egal wie biegsam diese sind – aufzuzwingen. Auch nicht durch die Beliebigkeit in der Verwendung.

Wer ein Hexenbuch mit Wiccabasierten Ritualen und Dogmen schreibt und dann behauptet alle Hexen haben dies so zu handhaben, liefert eine potentielle Fehlinformation!

Wie erwähnt ist Wicca inzwischen ebenso nicht mehr den bekannten Dogmen unterworfen (siehe “Wicca – Damals und Heute “) und es nährt sich dem Hexenbegriff, dessen Wurzeln wohl eher im schamanischen Erbe unseres Kulturkreises als in der zeremoniellen Magie beheimatet sind, zunehmend an.

Elementeanrufungen, das ziehen eines Kreises, die Zuordnung von Ritualwerkzeugen, das mit einbeziehen von Gottheiten und anderen Wesen ins Ritual….diese angeblichen Hexentechniken sind eindeutig wiccaorientiert und müssen von Hexen nicht praktiziert werden, damit sie sich so nennen dürfen!

Wicca’s sind dem Hexentum zugehörig – doch nicht alle Hexen sind automatisch Wicca’s

Diesen Satz sollte man sich merken

© Dreamdancer 04/08