Yule

Aus der Anne Stokes Kollektion
Aus der Anne Stokes Kollektion

Yule ist eines jener Feste die ich besonders liebe. Schon früher verzauberte mich das Weihnachtsfest und das nicht nur wegen der Geschenke. Ein Spaziergang an Heiligabend, dem 24.12. durch – damals noch öfters – tiefverschneite Landschaften brachte mein Herz zum klingen und eine Euphorie sowie ein Frieden sondergleichen bemächtigte sich meiner. Hätte ich damals schon gewusst das mit Weihnachten eigentlich ein heidnisches Fest gefeiert wird, wäre mir vielleicht einiges mehr klargewesen.

Yule beendet die „Zeit zwischen den Welten” die nach Samhain (31.10.) anbrach. Die dunkle Zeit wird an dieser Sonnwendfeier – die an oder um den 21.12. herum zelebriert wird (dieses Jahr am 22.12.) – durch das wiedergeborene Licht wieder zunehmend freundlicher. Zwar ist der Winter noch rauh, das Klima noch hart, die länger werdenden Tage jedoch machen Hoffnung und weisen auf die wärmere Jahreszeit hin, welche schon bald wieder anbrechen wird.

Die nordischen und germanischen Völker zelebrierten Yule sogar über mehrere Tage hinweg in die sogenannten Raunächte hinein. Trotz oftmaligen Mangels, trug jeder etwas zum Festschmaus bei und diese Zeit war eine in der man zusammenkam und schlicht in Saus und Braus feierte, schliesslich nahte das Ende der Herrschaft der Dunkelheit.

Viele Bräuche gab es um diese Zeit und einige davon haben sich im Christentum bis heute gehalten. Der bekannteste davon ist der geschmückte Baum dessen Kerzen flammend und symbolisch die Wiedergeburt des Lichtes symbolisieren. Auch die Symbolik des Jesukindes ähnelt stark dem Mythos der ägyptischen Isis, die den Sonnengott Horus gebar.

Heute ist es – zumindest in unseren Breiten – schwer nachzuvollziehen, das die Menschen zu dieser Zeit einfach ihr überleben in einer harten und kalten Zeit feierten, denn wo früher nach schlechter Ernte viele Hunger litten und Fleisch rar war, kann man heute zu jeder Zeit in die Tiefkühltruhe greifen. Doch damals war und ist Yule (kommt übrigens aus dem Nordischen und heisst „Rad”) eine Freudenfeier an die Götter. Die erwachende Hoffnung auf die warme Jahreszeit und das weitere Überleben in einer Natur, deren dunkle Zyklen der Zerstörung genauso zum Rad des Lebens gehören, wie die fruchtbar freudigen des Frühjahrs und des Sommers.

Und als Fest der Hoffnung auf Licht und Wärme, menschliche Nähe und Geborgenheit, sowie Frieden in der Herzen der Menschen, wird es wohl immer seine Gültigkeit haben. Ungeachtet des Klimas.

Dreamdancer