Lughnasadh/Lammas ist das erste Erntefest im Jahreskreis, das auch als „Schnitterfest“ bekannt ist. Und auch wenn die Festivitäten zu Ehren der Sonne und des Lichtes nach Aussen hin einen fröhlich gestimmten Eindruck machen, so ist dieser Sabbat als „Der Tod des Lugh“ wohl weniger freudvoll betitelt und mit jenem Schattenaspekt versehen, der ihm ebenso zusteht und der die Energie dahinter besser ausdrückt.
Der Gott opfert sich, um mit seinem Opfer das Leben zu sichern. Das erste Getreide wird geschnitten, um die Lebensmittelversorgung sicherzustellen.
Lughnasad wurde und wird nicht immer strikt am 1. August gefeiert. Manche denken gar, dass in der christlichen Tradition an Maria Himmelfahrt am 15. August auch noch einige Elemente des alten, heidnischen Festes zu finden sind. Aber seien wir doch ehrlich: gerade hier in der Schweiz, bietet es sich mit dem Zusammenfallen des Nationalfeiertages doch geradezu an, „pünktlich“ am 1. August Lughnasadh zu feiern.Oder im diesjährigen Fall vielleicht sogar vorher am Vollmond, der auf den 29.Juli fällt. Denn der volle Mond ist ein wunderbares Symbol für volle bzw. reiche Ernte.
Auch sollten wir gleichwohl auch um Regen bitten, denn auch wenn die Sommertage wunderschön sind (sofern sie nicht zu heiss werden und es in der Nacht abkühlt), so leiden wir zunehmend unter der Trockenheit, die jetzt endlich auch einmal von den Medien aufgegriffen wird. Mit Lughnasadh Feuern wird es in der Schweiz somit in den meisten Landesteilen nichts werden, wenn man verantwortungsvoll ist (und davon gehen wir bei naturspirituellen Menschen sowieso aus).
Früher wurde aus dem ersten geschnittenen Korn traditionell Brot gebacken und als Opfer an Mutter Erde zurückgegeben. Ein Brauch, der auch in manchen Zweigen der Wicca und des Druidentums immer noch gepflegt wird. Auch das Verbrennen einer aus Korn gebundenen Puppe als Symbolismus für den Gott der Vegetation, der sich für das Leben opfert, wird heute noch praktiziert und einige haben ihre Korngötter bereits vorbereitet und gebunden, um sie an Lughnasad rituell dem Feuer zu übergeben.
Gerade jetzt in dieser Zeit sollte man sich bewusst sein, wie sehr ein kleines Opfer der Dankbarkeit ein heiliger Akt sein kann, den man auch in den Dienst der Götter und des Lebens an sich stellen kann. Wir essen und trinken oft, ohne darüber nachzudenken, woher unsere Lebensmittel eigentlich stammen und wie viel Arbeit dahintersteckt, die andere leisten. Und gerade in Zeiten unsicherer Entwicklungen und der Klimakapriolen, sollten wir besonders dankbar dafür sein, auch dieses Jahr noch genug Lebensmittel und vor allem Wasser zur Verfügung zu haben.
Den Altar dieser Tage mit den Farben des Hochsommers und des Korns zu dekorieren, gelbe Kerzen zu entzünden und die Sonne mit reinigenden Feuern zu „unterstützen“ die man auch zum Verbrennen von „Botschaften an den Himmel“ nutzen kann (Segenssprüche, Gebete, geschriebene Worte des Dankes die denn auch vor dem Feuer intoniert werden können), sind Handlungen, die man zelebrieren könnte, um Lughnasad und somit den Gott, der hinter dem Fest steht, Lugh, zu ehren.
Wir sind bereits über die Mitte des Jahres hinaus und können darüber reflektieren, was wir bisher gelernt haben, was wir noch erreichen wollen, wie weit wir gekommen sind und worauf wir unsere Aufmerksamkeit weiterhin fokussieren wollen.
In der Hitze des Sommers sollte man die Dinge langsamer angehen, ein wenig zur Ruhe kommen, sich vor der eigentlichen Ernte noch etwas erholen.
Zum Vollmond am 29.7.
Für gewöhnlich ist der Juli seit jeher ein trockener Monat. Dieses Jahr sogar ein besonders trockener, eine Tatsache, die neue Herausforderungen in sich trägt. In Zeiten des Klimawandels, ist vieles anders geworden. Dennoch hat sich die Tätigkeit des Mähens traditionell mit dem Mond verknüpft. Früher nutzte man die Trockenheit nämlich, um Heu einzubringen. Warum der Mond auch „Mond des Leuchtens“ genannt wird, darüber kann man nur spekulieren. Während die einen die volle Kraft bei wolkenlosem Himmel hier als Namensgeber sehen, bringen andere das Leuchten mit den Blitzen bei den gelegentlichen Gewittern in Verbindung.
Rituell ist es an der Zeit, das Leben in vollen Zügen zu geniessen. Die Wärme auf der Haut zu spüren und die Sonnengöttinnen und Götter in sich aufzunehmen. Der Altar wird am besten in leuchtenden Farben geschmückt, wer das Glück hat am Meer Ferien zu machen, kann Muscheln sammeln und mit ihnen das wichtige Wasserelement auf dem Altar repräsentieren, oder als Zeichen von der Göttin an die Göttin integrieren. Frische Früchte sind zu geniessen, denn die Wärme regt auch die Fäulnis an. Doch gibt es heutzutage ja Kühlschränke, die aber nicht jedem Obst gut tun. Da heutzutage die Ferien im Juli stattfinden erachte ich in neueren Denkformen den Julimond auch als einen der Entspannung, zumindest wenn man nicht landwirtschaftlich arbeitet. Grund genug, um sich der Bauern und ihrer Arbeit gedanklich zu widmen. Denn für sie beginnt nun in Kürze eine harte Zeit.
Egal ob ihr am vollen Mond oder am Wochenende zelebriert: möge Eure Ernte reich ausfallen und Dankbarkeit Eure Herzen erfüllen.
Die Zwischenwelt ist Ende Juli etwas anders offen: Mittwoch und Donnerstag von 12.00 bis 18.00, Freitag von 12-17 Uhr und und Samstag den 1. August, haben wir natürlich geschlossen.
Notiz am Rande: im September gibt es die Zwischenwelt bereits 25 Jahre lang.
Schönen Vollmond, Blessed Lughnasadh, gesegnetes Lammas und generell eine wunderbare Sommerzeit wünschen wir Euch. Und auch dieses Jahr haben wir keine Ferienzeit, sondern haben den ganzen Sommer über geöffnet. Auch Kartenberatungs-Termine können normal gebucht werden.



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