Yule: Dankbarkeit und Freude

Dieses Jahr feiern wir am 22. die längste Nacht des Jahres und die darauffolgende Wiedergeburt des Lichtes. Die Wintersonnwende bzw. Mittwinter, wie es auch oft heisst.

In einer von Negativität geprägten Zeit in der überdurchschnittlich viele Menschen zunehmend an Stimmungseinbrüchen und depressiven Verstimmungen leiden, ist der Symbolgehalt nicht zu unterschätzen. Erinnert es Mensch doch daran, dass sich das Rad immer weiterdreht und auch jede Phase der Dunkelheit wieder zu Ende geht, um lichtvolleren Momenten Raum zu schaffen.

Im Zeitalter der Klima-Erwärmung und angesichts der westlichen Wohlstands- und Konsumgesellschaft ist der eigentliche Grundgehalt der Yule-Festivitäten nicht mehr wirklich aktuell. Denn die Sonnwende diente unseren Vorfahren, die aufgrund des kalten, unwirtlichen Klimas oft unter Hunger und Mangel litten, als Hoffnungsschimmer und vielerorts brachten die Menschen zusammen was sie entbehren konnten, um dann im Rahmen der Festivitäten bis zu 10 Tage und Nächte lang zu feiern, zu schlemmen und zu trinken.

Also eigentlich gar nicht so das was heute – im wieder erwachten Rauchnächte-Boom – eher zum Zuge kommen mag. Diese fokussieren sich eher darauf zu sich zu kommen, Ruhe und Einsicht zu zelebrieren und die Bande mit den Geistern der Natur zu stärken. In dieser hektischen, konsumorientierten Zeit wahrlich wichtiger als ein tagelanges Festen und Feiern. Denn an Nahrung mangelt es hierzulande – den Göttern sei Dank – den Wenigsten.

Etwas wofür wir an Yule besonders dankbar sein sollten. Auch unseren Ahnen die dies durch ihre Vorarbeit ermöglichten.

Die Kehrseite unserer Wohlstandsgesellschaft ist eben leider, dass wir viel zu viele Dinge als «gegeben» annehmen und dabei oft völlig ausser Acht lassen, dass es im Rahmen der Menschheitsgeschichte noch gar nicht so lange her ist, dass es ganz anders aussah.

Für unsere Vorfahren leben wir heute im Paradies. Und für viele Menschen die nicht so gesegnet sind, auch in anderen Ländern und auf anderen Kontinenten, ebenso.

So verschiebt sich der Bedeutungsgehalt der Sonnwende heute durchaus legitim auf oben angesprochene Thematik und die Schwere die unsere Seele empfindet, wenn ihre Bedürfnisse während der Winterzeit (Rückzug, Gemeinsamkeit, Ruhe,…) nicht mit unseren Aktivitäten (Weihnachts-Stress, Hektik, Überstunden,….) übereinstimmen. Und hier rücken die Raunächte, so man sich ihnen hingibt, tatsächlich wieder einiges zurecht. Auf das nicht nur die Tage länger werden, sondern auch unser Nervensystem wieder lichtvoll zurechtgerückt werden kann.

«Die Wilde Jagd» bleibt auch dabei ein Faktor der die Unberechenbarkeit der Natur und des Lebens an sich ganz gut repräsentiert. Und wenn sie uns mitreisst, dann verlieren wir auch heute noch oft den Boden unter den Füssen. Den Göttern sei Dank kostet das aber nur mehr selten unser Leben.

Nichts ist selbstverständlich. Auch unser gesellschaftlicher Wohlstand nicht.

Die Schleier sind dünn in dieser Zeit und viele Menschen machen Erfahrungen mit der Anderswelt. Manche ungewollt und unerwartet, andere wiederum nutzen diese Zeit zur Festigung der Bande mit Göttern, Geistern und Ahnen. Rituell, meditativ, vor allem aber in der Natur. Denn diese Zeit hat ihre eigene Qualität, auch wenn der Winterzauber in vielen Gegenden unserer Breiten nur mehr selten seine Magie wirkt.

Mythologisch wird der Gott wieder geboren, sein Licht strahlt in die Dunkelheit und spendet Zuversicht während jener, oft noch länger unwirtlichen Momente, die der Winter noch innehaben kann. Denn noch regiert er und das in den kommenden Wochen oft noch strenger als zuvor.

Und das Sonnenkind verspricht die Wiederkehr des prallen Lebens, der längeren Tage und der Lebensfreude. Egal wie dunkel es derzeit im Innen oder Aussen noch wirken mag.

Ich möchte Euch dazu inspirieren die Zeit mit einer guten Mischung aus Feststimmung und Einkehr zu begehen. Sein eigenes Licht zu pflegen und andere Menschen daran teilhaben zu lassen. Es müssen keine grossen Gesten sein: ein Lächeln, eine aufgehaltene Tür, ein bisschen mehr gelebtes Verständnis und Mitgefühl, eben kleine aber stetige Lichtlein die sich so wunderbar summieren können wenn man sie stimmig am brennen hält und die über das Jahr verteilt so viel mehr bewirken als ein grosses Fest an einem traditionellen Datum.

Und achten auf einen gesunden, respektvollen Umgang mit der Natur und den Wesen, die diese Erde mit uns teilen.

Die Dunkelheit gehört zum Licht. Schatten sind Teil der Ganzheit, Fehler machen gehört zum menschlichen Leben und ermöglicht uns Erfahrungen, die uns lernen und wachsen lassen. Wenn wir es zulassen. Und eben:  aus ihnen lernen.

Verzeihen gehört dazu. Auch und vor allem sich selbst.

Mögen dieses Yule und die Raunächte eine Zeit der Besinnung sein, die von Fröhlichkeit und Dankbarkeit getragen wird.

Ein Zelebrieren des Rades, dass sich immer weiterdreht, auch wenn es manchmal stillzustehen scheint. Die Sonne kehrt immer wieder und so auch unsere Lebensgeister. Wenn wir das Schöne an der Dunkelheit lieben und am Gleichgewicht arbeiten, dann wird unser Leben ein Tanz, der uns durch eine ganze Palette an Gefühlen trägt.

Das macht uns zu Menschen und gibt uns die Kraft dem vergänglichen Abenteuer Leben zentriert und mit Demut zu begegnen und unseren Platz in ihm zu finden.

Auch an die Tierwelt zu denken, Vögel mit Futter und Wasser zu versorgen und vor allem unsere vierbeinigen Begleiter zu ehren und zu schützen macht die Zeit noch einen Tick liebevoller.

Mögen Euer Yule und die heiligen Nächte gesegnet sein, Freude zelebrieren, Ruhe bringen und mit Liebe begangen werden. Für Hex- und Heid beginnt Sonntag das neue Jahr, doch auch das Kalenderjahr-Ende steht vor der Türe. Grosse Vorsätze braucht es nicht unbedingt, aber kleine Handlungen, hilfreiche Gesten der Liebe und innere Sonnenkraft über das Jahr verteilt sind leicht einzuhalten und können in der Summe Grosses bewirken.

Wer bei sich anfängt die Welt zu einem besseren, liebevolleren, mitfühlenderem Ort zu machen, der trägt mehr zu ihrer Veränderung als einem in diesem Moment vielleicht bewusst ist.

Blessed Yule
Gesegnete Weihnachten
Heilende Rauhnächte und einen guten Rutsch ins neue Kalenderjahr

Wir haben noch Bücher, Räucherwerk und vieles mehr zu den Geweihten Nächten

 

 

 

Unsere Öffnungszeiten über die Tage:

Montag 23. und Montag 30. Dezember offen von 13.00 bis 18.00 Uhr
24. Dezember und 31. Dezember offen von 10.00 bis 14.00 Uhr
25.12., 26.12. geschlossen
27. Und 28. 12. normal geöffnet
Vom 1. bis und mit 7. Januar geschlossen
Mittwoch 8. Januar offen
Donnerstag 9. Januar wegen Anlass geschlossen

Ab Freitag den 10. Januar gelten wieder die normalen Öffnungszeiten

Wer Rechtschreib- oder andere Fehler findet: gut gemacht 🙂 … Diese waren natürlich vööööllig beabsichtigt 😀

 

 

 

By | 2019-12-21T13:16:00+01:00 Dezember 20th, 2019|Newsletter|0 Comments

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