Per Zufall stiess eine Kollegin im Internet auf den ersten grösseren Fernsehauftritt den ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Wicca beim Schweizer Fernsehen absolvieren durfte. Die Sendung hiess „Quer“ und ging Live und unzensiert über den Äther. Moderiert wurde sie zum damaligen Zeitpunkt von Röbi Koller der dem Thema nicht wirklich offen gegenüberstand und das auch spüren liess. Es war gleichwohl eine tolle Erfahrung.

Ich erinnere mich das ich enorm nervös war. Zwar wurde schon vorab ein Beitrag gedreht von einem wirklich sympathischen und hilfsbereiten Team, aber das Sitzen im Studio und dann wissen das alles das man sagt sozusagen ohne wenn und aber direkt ausgestrahlt wird, das war ziemlich „aufregend“.

Die Zwischenwelt war noch sehr jung, meine Erfahrung mit dem Medium Fernsehen nahezu Null, ich arbeitete nebendran um mir ein Einkommen zu sichern und das ganze „öffentliche Leben als männliche Hexe“ war etwas in das ich noch hineinwachsen musste.

Wenn ich das Video heute ansehe dann fallen mir so viele Dinge auf, vor allem an mir selber. Die Unsicherheit (von der angeblich niemand etwas bemerkt hatte), meine Haltung während des gefilmten Rituals (wir zelebrierten für die Kamera ein Imbolc Ritual bei strömendem Regen), und natürlich auch wie sehr sich meine damaligen Hexenschwestern und ich visuell von heute unterschieden 🙂

Meine Locken fielen nicht viel später dann der Schere zum Opfer und den Ohrring trage ich schon lange nicht mehr.

Die Zwischenwelt war damals noch im Herzen der Altstadt, eingemietet in einen CD-Laden im ersten Stock und die Auswahl im Vergleich zu heute äusserst spärlich. Und doch war sie schon damals ein liebevoll magischer Ort wo Menschen die sich für die Themen interessierten sie selbst sein konnten und Informationen zu ihrem Weg des Herzens fanden. Auch heute höre ich noch oft wie schön das ist das man hier darüber reden und sich selbst sein kann, ohne belächelt zu werden.

Da werden Erinnerungen wach an die (professionellen) Anfänge, den Enthusiasmus, die Aufregung vor öffentlichen Auftritten denn es war ja so wichtig (und ist es heute noch) den eigenen Weg zu kommunizieren ohne das der Zuschauer etwas hinein interpretiert das nicht der Realität entspricht. Dass das allerdings beim Fernsehen nicht wirklich funktioniert war schon damals Sache, denn wie ich nachher erfahren durfte gab es Leute die nur die Bilder sahen, aber das Gesprochene nicht wahrnahmen…

Mein geliebter Anubis (der weisse Kater zu Beginn) war noch am Leben und strich beruhigend um mich herum während man im damaligen zu Hause filmte. Und dafür das der Moderator dann teils andere Fragen stellte als jene die mir zur Vorbereitung gegeben wurden brachte mich zwar kurz etwas aus der Fassung, aber nach kurzer Irritation beantwortete ich sie einfach so wie es war.

Es ist schön der Anfänge erinnert zu werden und ein bisschen stolz bin ich auch wenn ich daran denke das die Zwischenwelt, allen damaligen Unkenrufen zum trotz immer noch existiert (danke von Herzen allen Kunden, Stammkunden, Kursteilnehmerinnen und Teilnehmern: You are the best).

Es gab noch kein Facebook und Social Media war die Arbeit in den Foren von denen es viele nicht mehr gibt inzwischen. Also war das Angebot an Information auch noch etwas spärlicher als heutzutage. Verrückt wie viel sich inzwischen verändert hat und wieviel dennoch im Kern gleich geblieben ist.

Mit den Mithexen im Beitrag bin ich immer noch befreundet, auch wenn wir in dieser Konstellation schon länger keine Rituale mehr miteinander feiern und die Kreise sich verändert haben.

15 Jahre… So lange her und doch erst so kurz, irgendwie. Es ist Dankbarkeit die ich empfinde und Freude, dass das damals trotz Nervosität nicht in die Hose ging *lach*. Und wer das besagte Fundstück selber anschauen möchte und eine Zeitreise in die Zwischenwelt Vergangenheit erfahren will, der findet hier den Link zum Quer Beitrag…

Bright Blessings
Dreamdancer

Nostalgie pur: Zwischenwelt/Dreamdancer beim ersten Medienauftritt im „Quer“