Samhain – Der Beginn der Zeit ohne Zeit

Ein gesegnetes Samhain

Die Göttin der Zeit: Cerridwen (keltisch). Druidcraft Tarot

Samhain (ausgesprochen «Sow Ehn» und je nach Region manchmal auch «Sa-u-in») ist für viele Hexen der Beginn des neuen Jahres, dass sich allerdings erst an Yule mit der Rückkehr der Sonne (die Tage werden wieder länger) so richtig manifestiert.

Die «Zeit ohne Zeit» ist somit eine Phase, die heutzutage geläufig in der Nacht auf den 1. November eingeleitet wird und die eine Zeit der dünnen Schleier einläutet. Einige gehen davon aus, dass Samhain ursprünglich am Leermond angegangen wurde, eine Tradition, die auch heute noch von manchem gepflegt wird.

Sowohl Kelten als auch Germanen pflegten diesbezüglich ihre Bräuche und stellten sowohl den Dank für Speis und Trank (das Opfer des Todes welches das Leben nährt) und die Verbindung mit den Ahnen und der Anderswelt in den Vordergrund.

Man gedachte der Verstorbenen und die dünnen Schleier ermöglichten es diesen, auch unsere Welt zu betreten. Aus diesem Grunde stellte man ihnen Speise- und Trankopfer bereit damit sie sich willkommen fühlten, entzündete Feuer damit sie es gemütlich hatten. Aber da die dünnen Schleier es auch anderen, nicht so netten Wesen, ermöglichten leichter in unsere Sphäre überzutreten sollten die Lichter und andere Massnahmen diese gleichzeitig fernhalten. Was denn auch über Umwege zum heutigen «Halloween» führte.

Da das Thema «Opfer» sehr im Vordergrund stand, widme ich auch diesen Newsletter einmal mehr dieser Thematik.

Dass heutige Opfergaben einer völlig anderen Dynamik unterliegen als viele der Bräuche unserer Ahnen ist logisch und gut so. In der Wicca «Charge Of The Goddess» heisst es

«Auch verlange ich kein Opfer, denn seht, ich bin die Mutter alles
Lebendigen und meine Liebe vergiesse ich über die ganze Erde.»

Doch gerade in der heutigen Zeit und westlichen Welt ist das Sinnieren über die Thematik durchaus wieder mehr als wertvoll und wichtig. Denn Opfer können vielfältig ausfallen und haben durchaus noch symbolischen und kraftvollen Charakter.

Speis und Trank zu opfern ist auch heute noch ein Akt der Demut, der allerdings hierzulande nur wenigen wirklich «weh tun» wird, der aber Tiere und Ahnen sowie die Götter und Geister durchaus energetisch nährt und ihnen Aufmerksamkeit zukommen lässt. Ein Brauch den wir übrigens nahezu an jedem Jahreskreis-Fest als Dank aufrechterhalten. Und in einer Zeit des Insektensterbens zum Beispiel der Vogelwelt Futter zukommen zu lassen oder den Eichhörnchen mit Nüssen und Früchten dabei zu helfen den Wintervorrat aufzustocken, ist in jedem Fall eine gute Tat.

Doch für unsereins gibt es zusätzlich auch andere Möglichkeiten dem Opfer etwas mehr Bedeutung zu verleihen. Hier ein paar Beispiele (und Euch fällt sicher noch viel mehr ein):

  • Zeit- (denn davon, so sagt man, haben die meisten zu wenig heutzutage). Bewusst Raum schaffen für Ritual, Meditation, Studium, Lernen und andere nährende Tätigkeiten ist durchaus ein Akt mit Wert.
  • Geld-Nicht in dem man es verbrennt (obwohl auch das als Akt durchaus weh tun kann und damit Bedeutung verleihen könnte), sondern in dem man für einen guten Zweck spendet, einen schönen Stein oder ähnliches kauft den man im Ritual dann der Natur überlässt (dass es der Natur nicht schaden darf ist dabei Ehrensache), eine bewusste Räucherung, eine gute Tat, etc…
  • Einen kreativen Akt-Zum Beispiel ein «Theater für die Götter» inszeniert, sich Zeit nimmt (da sind wir wieder bei dieser) und etwas malt, ein Gedicht schreibt und vorträgt, einen Tanz widmet, etc.
  • Medienfasten-Wohl für einige das schwierigste Opfer. Sich von dem Trubel der Social Networks und Co. zurückziehen und die Zeit stattdessen (schon wieder Zeit) ins eigene mystische Studium, persönliche Begegnungen, die Arbeit an sich selbst etc. investieren
  • Gewohnheiten-Diese zu überdenken sollte immer Teil des Weges sein, aber sie als bewussten Akt als Opfer der Transformation zu timen bzw. zu verändern verleiht ihnen einen besonderen Wert und Wichtigkeit

All dies sind ein paar Beispiele für Opfer deren Erbringung wohl mehr erfordert als Speis und Trank. Einmal mehr möchte ich auch darauf hinweisen, dass die so genannten «Nutztiere» (ich persönlich verachte diesen Ausdruck) und deren Haltung ein Schlag ins Gesicht von Mutter Erde sind und man vielleicht auch hier Opfer erbringen kann, indem man sich das bewusst macht, ihnen dankt und dann vielleicht etwas bewusster einkauft und konsumiert.

Aus dem Halloween Orakel

Dass ein Tier sein Leben opfert, um uns zu nähren ist Dank und Demut wert. Dass es oftmals so viel Leid vorher erfahren muss und kein würdiges Leben leben darf ist ein Verbrechen.

Gedenken wir jener die in die Anderswelt transformierten, danken wir ihnen für die Lehren, die sie uns ermöglichten, die Wege, die sie uns bereiteten, der Liebe, die uns viele von ihnen schenkten und die Pfade, die sie mit uns beschritten. Dies gilt auch für unsere vierbeinigen Gefährten.

Einst werden auch wir Ahnen sein und es wäre doch schön, wenn unser Nachfahren dann in Liebe an uns denken können, wenn die Zeit gekommen ist.

Bright Blessings und ein gesegnetes Samhain. Mögen die Götter, Geister und Ahnen Euch liebevoll begegnen. Möge vor allem die Dunkelheit von dieser Liebe erfüllt sein und die Zeit ohne Zeit uns mit wertvollen Einsichten beschenken.

Wer mehr über die Feste, die Magie des Lebens und des Loslassens, vor allem aber über sich selbst erfahren möchte, für den ist vielleicht unsere Hexenschule «Crafting» etwas, die im Februar startet. Eine Gruppe ist ausgebucht, in der anderen hat es noch wenige Plätze frei.

 

 

Dreamdancer, Samhain 2020

 

By | 2019-10-30T16:50:38+01:00 Oktober 30th, 2019|Uncategorized|0 Comments

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