Die Artus Sage aus Mordreds Sicht

Orkneyssoehne

Wir führen ja nicht viele Romane in der Zwischenwelt aber als nun eine der besten Interpretationen der Artussage wieder aufgelegt wurde, konnten wir uns nicht zurückhalten und stellten den Titel ins Regal. “Orkneys Söhne” von Anja Thieme trägt den Untertitel “Die Lebenserinnerungen des Mordred von Orkney” und genau diese ungewöhnliche Sichtweise hebt diesen ungeheuer magischen und spannenden Roman von der thematischen Masse ab, denn für einmal ergreift der, von den Mythen so dämonisierte, Sohn des legendären Feldherren das Erzählzepter und stellt die Dinge aus eine völlig neuen Perspektive dar, die einen so schnell nicht mehr los lässt. In Thiemes Buch ist dann die Magiepraxis auch eine sehr schamanisch orientierte und somit wesentlich näher an einer vorstellbaren Realität. Nebst dem hohen Unterhaltungswert  bietet Thieme auch noch einen kompetenten Einblick in “alte Zeiten”, denn man merkt der Autorin auch die Liebe zum Mythenstoff, sowie zum Detail an und es macht sich bezahlt, dass hier viel Recherche betrieben wurde. “Orkneys Söhne” fesselt von der ersten bis zur letzten Seite, bietet eine realistischere und dennoch durchaus mystische Sicht auf die keltische Sage die sich vor den “Nebeln von Avalon” nicht zu verstecken braucht und deren Dichte/Dynamik dieses legendäre Buch sogar stellenweise in den Schatten stellt. Magische Unterhaltung, nicht nur für Hex- und Heid.