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Mein Hexenpfad |
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Ich bin eine progressive männliche Hexe und 1966 geboren. Warum nicht Hexenmeister, Magier, oder Hexerich? Weil es für mich einfach so stimmt. Hexe ist geschlechtsneutral. Es beschreibt einen Weg. Einen magischen Lebensstil und Lehrweg. Es gibt viele Pfade im Bereich der Spiritualität. Wicca ist der von mir erwählte. Oder soll ich schreiben, der Weg der mich wählte? Nun, vielleicht finde ich es nie heraus, aber die Welt der Magie, des Schamanismus und der Naturreligionen ist die in der ich mich bewege. Die Welt die schon nach mir rief als ich noch im Kindesalter war. Bis ich dem Ruf und meinem Herzen vollumfänglich folgte, sollte allerdings noch etwas Zeit vergehen.
Da ich kein Freund von Hierarchien bin kam das traditionelle Wicca a la Gardener und Co für mich nie gross in Frage. Ich bin ein Eklektiker, heisst, ich arbeite mit Elementen mehrerer Traditionen, obwohl ich stark mit der Feri-Tradition sympathisiere. Dieser Pfad den Victor Anderson begründete und welcher stark auch in die Arbeiten Starhawks, eine meiner früheren Vorbilder, einfloss, spricht mich besonders an. Der progressive Touch und das beiseite lassen des – für mich nicht stimmigen – "Licht und Liebe Only" Konzeptes – machen Feri für mich zu einer realistischen Erdreligion, die das Leben, die Liebe sowie Lebensfreude und Ekstase auf den vorderen Rängen platziert.
Vor allem eines teile ich mit der Feri-Sicht: die pantheistische Vorstellung das alles göttlich ist. Für mich existiert als göttliche Quelle das Universum, die kosmische Göttin, und wir schaffen und erschaffen uns in diesem, aus ihr heraus, immer wieder. Sind Teil der grossen und unendlichen Kraft und existieren innerhalb von ihr als individuelle Wesen. Auch wenn ich eigentlich auf den "alten Pfad" berufen wurde, so war es doch meine freie Entscheidung diesem Ruf zu folgen und das grosse Ganze über Göttin und Gott in ihren verschiedenen Facetten zu erfahren. Dabei sind diese Kräfte so real und individuell wie Du und Ich. Diese Sicht wird in Feri auf mystische und schamanisch/magische Art gelebt. Kein Wunder, erkannte ich mich in dieser Tradition am ehesten. Und Magie und Mystik begleiten mich schon von Kindesbeinen an, gehören zu mir und ich will sie in meinem Leben nicht missen.
Stark beeindruckte mich ebenso Scott Cunningham, der zu einem der Begründer des modernen Wiccas wurde und der die Weichen für Solitarys – allein Praktizierende – stellte. Leider hat Scottie seine Reise in die Anderswelt viel zu früh angetreten. Seine Werke allerdings sind zeitlos.
Ich war Mitglied eines wunderbaren Zirkels in welchen ich initiierte und in dem ich die Priesterschaft in der Naturreligion annahm. In dem ich starke Erfahrungen machte und der mir im Laufe der Zeit des öfteren bewiesen hat, wie stark die Magie in einer Gruppe fliessen kann. Keiner war dort mehr oder weniger Wert als der/die Andere. Ich liebe meine ehemalige magische Familie und danke den Göttern, das wir uns kennenlernen durften. Es war eine fantastische Zeit der (Selbst-)Erfahrung in deren Verlauf ich lernen durfte, dass die Reise in die Anderswelt gemeinsam noch viel intensiver sein kann, magische Arbeit im Kreis einfach eine geniale Dynamik entwickelt und das wir oft in Konflikten ganz besonders wachsen, wenn wir bewusst sind und den Lernprozess nicht scheuen...
Mit dem Laden (Bild von der Wiedereröffnung in Luzern) habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt und ich bin stolz darauf, dass die Zwischenwelt ein Treffpunkt für viele Menschen geworden ist, die den alten Pfad in einer modernen Welt wandern. Nicht nur verkaufe ich dort Artikel wie Räucherwerk, Amulette, magische Öle, Essenzen, eine riesige Auswahl an Tarotkarten und vieles mehr, ich führe auch Workshops, Events, Kartenberatungen und auch eine einjährige "Hexenschule" durch. Bei Tee und Gebäck hat sich in der Zwischenwelt schon so manche, spontane Diskussionsrunde eingefunden und Freundschaft geschlossen.
Besonders schön ist die Tatsache, dass die Leute bei einem Besuch rasch merken, dass man mit den Themen "Hexentum und Magie" auch einen sehr bodenständigen und freudvollen Umgang pflegen kann, der die Tiefe des Themas in keiner Weise herabwürdigt und in welcher der Respekt vor den Kräften in jeder Hinsicht gewahrt bleibt. Das Hexentum ist ein freudvoller Weg. Und ein freudvoller Weg drückt sich in freudvoller Magie aus. Oder wie heisst es so schön in Wicca: "Alle Akte der Liebe und der Leidenschaft sind ihre Rituale"
Merry Meet
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